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Kirchenmusik - Musik in der Kirche - Musik in der Messe - Kirchenmusik im
Konzert: Sie muss schön, feierlich, mystisch sein, die Seele erheben, das Gemüt
verzücken!
So oder so ähnlich wird vielerorts die "Kirchenmusik" und alles, was mit ihr
zusammenhängt, beschrieben oder definiert. Nicht selten hört man auch den Begriff
"festliche Ausschmückung" von Gottesdienst oder viele andere Begrifflichkeiten.
All dies mag stimmen, trifft aber unserer Meinung nach bei weitem nicht die
Dimensionen von Kirchenmusik, die unserer Arbeit an St. Antonius zugrunde liegen.
In unserem Tun folgen wir vielmehr zwei Leitlinien:
- Gott mit Singen loben ist integraler Bestandteil jedes Gottesdienstes
- Kirchenmusik ist kein Selbstzweck und ohne die tätige Gemeinde im Wesentlichen
sogar unliturgisch
Wenn der Mensch Gott loben und danken will und soll, dann kann er das im vollständigen
Sinne nur singend tun. Ob dies nun hörbar geschieht oder ob die Seele leise vor sich
hin singt, das ist der Fähigkeit eines jeden einzelnen Menschen überlassen. Schon der
Apostel Paulus sagt, dass der Mensch in seinem Herzen Gott Psalmen, Hymnen und Lieder
singe, wie sie der Geist eingibt. Und "wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über",
so ein weiteres Schriftwort.
Singen und Gotteslob sind also integrale Bestandteile christlicher Existenz und können
so auch in der Liturgie nicht nur schmückendes Beiwerk sein. Die Liturgiereform des
Zweiten Vatikanischen Konzils hat gerade in diesem Punkt einen radikalen Schnitt
vollzogen und den Menschen als eigentliches Subjekt der Liturgie in die Mitte dieses
"Gottes-Dienstes an uns" gestellt. Die Menschen sollen sich mit all ihren Sinnen in
die Antwort auf Gottes Heilshandeln stellen - also auch durch Singen und Spielen.
Die Menschen zum "Klingen" zu bringen - Gottes Wort im Menschen zum "Klangwort" werden
zu lassen (um einen Begriff von Prof. Godehard Joppich weiter zu entwickeln, der in
seiner Verkündigung rund um die Gregorianik den Terminus "vom Schriftwort zum Klangwort"
geprägt hat), das ist unser kirchenmusikalisches Leitbild. Alles musikalische Tun rund
um St. Antonius hat dieses Ziel vor Augen und muss sich stets daran messen lassen.
Die einzelnen Gruppen der antoniusmusik verstehen sich zudem immer als ein Teil von
Gemeinde und nie als eine Art elitäre Sängerschar, die allein im Stande wäre,
anspruchsvoll Gott zu loben.
Einen künstlerischen Anspruch zu verwirklichen und dabei zugleich die Gemeinde als
gleichberechtigt Mitfeiernde im Blick zu behalten ist sicher manchmal eine
Gratwanderung, bleibt aber die eigentliche Aufgabe aller in der antoniusmusik tätigen
Menschen.
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