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Samstag Morgen trafen wir uns unchristlich früh gegen 7 Uhr bei strömendem Regen in
der Bernhard-Letterhaus-Straße. Aber mit Sonne im Herzen fuhr uns der Bus über das
Hildener Kreuz zunächst bis zur Raststätte Medenbach, wo wir unsere erste P.- und
Kaffeepause hatten.
Anschließend ging's weiter bis zum Schlosspark in Schwetzingen, wo erstmals der
Regen plötzlich in leichtes Nieseln überging.
Besonders eindrucksvoll waren die Moschee und das Badehaus des Kurfürsten mit den
in den "Felsen" eingebauten Volieren für allerlei exotische Vögel.
Dann ging's weiter nach Heidelberg bis zum Neckarmünzplatz, wo uns unsere
Fremdenführerin erwartete. Zu Fuß geleitete sie uns zur Alten Brücke mit dem
Denkmal des Kurfürsten Karl-Theodor. Auf dem weiteren Weg durch die Altstadt fielen
uns die weißen Bettlaken auf, die zur Einhaltung der oft empfindlich gestörten
Nachtruhe gemahnen (Lautes Palaver wegen des Rauchverbots in den Kneipen?!).
Unterwegs erzählte die Fremdenführerin interessante Details über die Entwicklung
der Universität. Ein Besuch in der Jesuitenkirche bescherte uns einige
Klangeindrücke der neu erbauten Kuhn-Orgel mit 3829 Pfeifen und in der ev.
Hl.-Geist-Kirche erfuhren wir von der alten Bibliotheka Palatina, die zur
800-Jahrfeier zum Teil wieder hierhin zurückgekehrt ist.
Dann ging's per Bus hinauf zum Schloss. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor
der Schlosskulisse wurden wir in zwei Gruppen durch die Räumlichkeiten geführt.
Interessant für uns: Die Wittelsbacher Kurfürsten führen den berg. Löwen in ihrem
Wappen, weil ihr Herrschaftsgebiet zeitweise über das Herzogtum Berg-Mark bis nach
Kleve reichte. Besonders bekannte Persönlichkeit des Hauses: Liselotte von der Pfalz,
die Schwägerin Ludwigs des XIV., die uns an diesem Wochenende immer wieder begegnete.
Natürlich durfte die Besichtigung des großen Fasses (230 000 Liter Fassungsvermögen)
nicht fehlen.
Ziemlich erschöpft, doch frohgemut fuhren wir ins Hotel nach Schriesheim-Altenbach
zum Abendessen und gemütlichen Ausklang.
Am Sonntagmorgen ging es nach dem Austausch der Duscherlebnisse und dem Frühstäck
nach Dossenheim, wo wir in der St. Pankratius-Kirche die Hl. Messe mit gestalteten
(Kompositionen von Mendelsohn und Rutter).
An der Orgel begleitete uns die hervorragende Organisten Maria Mokhova, die
international schon recht bedeutsam ist.
Unser Hunger trieb uns wieder nach Heidelberg, wo es in der "Palmbräu-Gasse" ein
barmherzig' Süppchen mit Würstchen gab. Auf dem Weg zum Schiffsanleger für die Fahrt
nach Neckarsteinach stärkten sich einige mit schwarzen und weißen Kanonenkugeln.
Unser Kantor Meik hatte am Vortag die Qualität geprüft und für gut befunden.
Nach einer geruhsamen Schifffahrt neckaraufwärts (zwei Schleusen) gab es Gelegenheit
zu einem kleinen Rundgang durch den "Vier Burgen-Ort" Neckarsteinach, wo der
Verfasser des Nibelungenliedes, Bligger von Steinach (1174-1209 ?), lebte und in der
ev. Kirche (13. Jhdt) begraben liegt.
Durch den herbstlichen Odenwald fuhren wir nach Schriesheim zur Weinprobe im Weingut
Wehweck. Dort gab es reichlich Vesperbrot mit Zutaten aus eigener Schlachterei zum
köstlichen Wein.
Zur Abendgestaltung fuhr der Bus uns zurück nach Heidelberg. In kleinen Gruppen ging
es zu den "drei K's" - Konzert, Kneipe, Kebab! Die Müden ließen sich sofort
zurückbringen ins Hotel, wo sich ein harter Kern noch zu einem Glas Wein zusammenfand.
Gegen Mitternacht lagen alle wieder in ihren Betten.
Am Montagmorgen nach dem Frühstück ging die Fahrt zum Kaiserdom nach Speyer, wo es
eine gründliche Einführung in die Geschichte des Domes durch den Fremdenführer
des Hauses gab.
Vor 1030 von Konrad II gegründet und von dem Canossagänger Heinrich IV. (1077)
wesentlich erweitert und umgebaut galt der Dom schon damals als die größte
romanische Kirche der Christenheit. (12000 Stehplätze, Speyer hatte damals nur 600
Einwohner!)
Nach wechselvoller Geschichte erstrahlt der Dom heute in frisch restauriertem Glanz
und gehört seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Zum Abschluss der Führung sangen wir unter der Kaiserkrone in der Apsis des Domes
die Motette "Verleih und Frieden" von Mendelssohn.
Gutes Mittagessen á la carte (Saumagen und lecker Bier) erwartete uns im Schatten der
Domtürme in der "Hausbrauerei Domhof". Dann fuhren wir weiter zum Kaiser Wilhelm am
Deutschen Eck in Koblenz. In kleinen Gruppen erschlossen wir uns die Altstadt, zu
guter Letzt bei Kaffee und Kuchen.
Nach einer unterhaltsamen Busfahrt kamen wir gegen 21 Uhr bei Regen wieder zu Hause
an.
Besonderer Dank gilt dem Vorbereitungsteam für die gelungene Planung, den
Mitreisenden für das harmonische Miteinander und dem Busfahrer für seinen
angenehmen Fahrstil.
(Nögel/Merkens)
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