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Am Freitag, dem 5. Oktober, morgens um 7 Uhr startete der Bus mit über 50 gut
gelaunten Personen besetzt von St. Antonius aus gen Bamberg. Allmählich löste die
Sonne die Morgennebel auf und wir konnten herrliche Ausblicke auf einige Mittelgebirge,
Würzburg und den Main genießen.
Nach der Ankunft in Bamberg und dem Bezug der Zimmer im zentral gelegenen Hotel
"Alte Post" blieb ein wenig Zeit, um zu Fuß die seit 1993 als "Weltkulturerbe"
anerkannte Altstadt zu erkunden. Bamberg, auf sieben Hügeln gelegen wie Rom und von
zahlreichen Gewässern durchzogen wie Venedig (Regnitzarme und Main-Donau-Kanal)
präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein als mediterrane Stadt. An manchen
Stellen erinnerte allerdings ein starker Malzgeruch daran, doch in der Hauptstadt des
Bieres zu sein (10 Brauereien auf Stadtgebiet) und nicht in Italien.
Am späten Nachmittag fuhren wir dann mit dem Bus zur bekannten Wallfahrtskirche
"Vierzehnheiligen", dem fränkischen Altötting. Herr Impekoven gab uns gekonnt ein paar
Informationen zur Entstehungsgeschichte und zur Architektur der prachtvollen
lichtdurchfluteten Kirche, bevor St. Antonius mit Chor und Pastor eine Vesper darin
gestaltete.
Beim Abendessen danach im nahen Pilgergasthaus lernten wir zum ersten Mal die deftige
fränkische Kost mit den schmalen Preisen und das einheimische Bier schätzen.
Zurück in Bamberg führte uns dann noch ein Nachtwächter durch die Altstadt und
erzählte dabei ein paar Anekdoten über seinen "Beruf" und das mittelalterliche Leben
in Bamberg.
Am nächsten Morgen nahmen wir frisch gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück in
zwei Gruppen an einer Stadtführung teil. Unser Führer, ein in Bamberg
hängengebliebener Kunstgeschichtler mit bloßen Füßen in Sandalen, lästerte zunächst,
kaum dass er Herrn Pastor Haupt mit Priesterkragen gesehen hatte, kräftig über die
katholische Kirche im allgemeinen und die mittelalterlichen Bamberger Bischöfe im
besonderen, aber er erwies sich später als ein sehr amüsanter Führer, der nicht
einfach auswendig gelernte kunstgeschichtliche Fakten daherleiert, sondern darüber
hinaus auch ungewöhnliche Dinge erwähnt. Dabei verschwammen allerdings manchmal die
Grenzen zwischen Dichtung und Wahrheit. Wahr und interessant ist beispielsweise, dass
der Domberg mit Dom darauf sich im Mittelalter viel höher über die umgebende Stadt
erhoben hat, die danach erst aufgeschüttet wurde, so dass etliche Häuser in der
Altstadt nun drei Geschosse unterhalb des jetzigen Straßenniveaus haben. Gut erfunden
ist hingegen die Legende vom Heiligen des Bieres Gambrinus, einem heidnischen friesischen
König "Jan Primus", der einst in einer schwierigen militärischen Lage die Messe von
einem Missionar mit Bier zelebrieren ließ, anschließend die Schlacht gewann und sich
und seinen Stamm taufen ließ.
Am Samstagnachmittag machten wir auf der Regnitz eine Bootsfahrt vorbei an malerischen
alten Fischerhäusern, genannt "Klein-Venedig", durch eine Schleuse auf den
Main-Donau-Kanal bis zum Bamberger Hafen. Vom Winde durchweht freuten sich danach alle
über das gemeinsame Abendessen in der "Wilden Rose".
Am Sonntagmorgen zelebrierte unser Pastor in der Pfarrkirche "Unserer lieben Frau" die
Messe zum Erntedank, der Chor sang einige Lieder, Herr Impekoven spielte Orgel und der
Rest trug entscheidend dazu bei, dass die Kirche mal wieder einigermaßen voll war. Für
all das bedankte sich jedenfalls eine nette Frau aus der Pfarrgemeinde, die uns nach
der Messe noch etwas über ihre sehr sehenswerte Kirche erzählte.
Auf dem Rückweg machten wir zum Mittagessen noch Station in Schloss Pommersfelden. Da
einige mittlerweile Gewichtsprobleme hatten und um das mediterrane Flair von Bamberg
nochmals zu unterstreichen, entschieden wir uns spontan, statt der fränkischen Küche
in einem stickigen Keller lieber italienische Kost auf einer Sonnenterrasse zu
genießen. Bier gab's auch hier.
Um 23 Uhr kamen wir wieder wohlbehalten in Wuppertal an.
Zum Schluss möchte ich mich als "Mitgereister" herzlich bedanken: Bei den Organisatoren
für ihre gute Planung, bei allen Mitfahrenden für Ihre freundliche Aufnahme und bei
Petrus für das Wetter.
Klaus Bongartz
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